manon presse
Interpenetration Festival, Postgarage Graz
Andreas Fellinger | freistil 02/03 2010
Artikel zu Soundgrube 15/2008
Andreas Felber | Der Standard
Zeitgenössische Musik am Stiftsgymnasium
Soundfishing | Review aus SKUG
Soundfishing | Review aus dem Falter
Sounds to bend the ear
Matthew Westwood | The Australian | 18.01.2007
Freistil / Magazin für Musik und Umgebung
Nr7, April 2006 (Interview)
Brospa | Review aus DE:BUG
Galina Ustwolskaja / Earle Brown | Review
Hier regiert Diversität
Interpenetration Festival, Postgarage Graz, 16.-18.12.2009
Andreas Fellinger / freistil #29, Februar / März 2010


Etwas harscher (als das Duo Cordula Bösze & Annette Giesriegl), in Richtung Hardcore-Kammermusik gehen Judith Unterpertinger, Katharina Klement und Manon-Liu Winter ans Werk, greifen ins Innere eines Klaviers und zweier Clavichorde, führen so nebenbei den Unsinn weltberühmter Klaviertrios à la Corea/Hancock/Zawinul ad absurdum und entwickeln aus feinst gesponnenen Klängen, durch Hämmern und Schaben und in stellenweise zauberhaften Miniaturen ein musikalisches Ganzes, in dem sich zart auf hart reimt.
Pianistische Welterkundungen
Andreas Felber / DER STANDARD, 28.01.2008, Seite 18, Kultur

Wien - Am Anfang, im Jahr 2001, stand die Idee, einen an sich klavierlosen Konzertraum für ein Wochenende zu "beflügeln", herausgekommen ist eine Art jährliche Bestands-
aufnahme der individuellen Klangforschungen heimischer Kreativkräfte - mit prominen-
ten Gästen als Stimulus. Dabei hat Wiens kleinstes Jazzfestival in einem der kleinsten Jazzclubs, die Soundgrube im Blue Tomato, gerade einmal 4000 Budget-Euros zur Ver-
fügung. Was diesen und Kurator Hannes Löschel nicht davon abhält, ein hochklassiges Programm zu bieten.
Kein Nachteil ist dabei, dass mancher internationaler Tastenmeister heute nicht mehr eigens eingeflogen werden muss: Georg Gräwe aus Bochum hat erst jüngst seinen Wohnsitz vom ruralen Nickelsdorf nach Wien verlegt. Es bleibt genug Puste, um treiben-
de Klangströme quellen zu lassen, virtuose Wellen und Kaskaden von Tönen, die auch in entschleunigten Phasen kaum jemals zu motivischen Gestalten gerinnen und deren gestische Materialhaftigkeit doch in der expressiven, an den Klavierstücken Schönbergs geschulten Grundhaltung spannungsvoll hintertrieben wird.


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Recycling the material …
on new CDs from Elisabeth Flunger, Manon-Liu Winter/Klaus Hollinetz and Maria Frodl.

The other one also deals with the very close relationship between material and composition. In a sense that no compositional methods are thrown on the material previously gathered. But here we do not have any metal objects but a regular piano played by Manon-Liu Winter plus VASP software operated by Klaus Hollinetz. Piano and software – the other way of seeing what kind of material modernity gave us (although harder to find in trashbins)!
»Soundfishing« is more of an improvised nature than »Songs«. Winter is well known for her improvisatory collaboration with Hautzinger and others so having that – do not expect free improvisation but rather a kind of instant composing attitude. She explores inside piano (most often) and her long disappearing sounds give Hollinetz time to process what she is doing. This is how they go for huge swarms of floating sounds – not really aggressive, rather continuous explication of what can happen with a certain piano sound.

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skug | Text: Michael Libera | Thu 24. May. 2007
Formulierungskunst

Zeitloses verschränke sich mit linearem Zeitgefühl, behaupten Manon Liu-Winter und Klaus Hollinetz von ihren beiden knapp halbstündigen Improvisationen auf "Soundfishing" (Einklang) im Beiheft - und übertreiben damit nicht. Die Pianistin und der Elektroniker beweisen ein dramaturgisch sicheres Gespür für die klingende Gestaltung von Zeit, halten inne, wo es sich lohnt, treiben die Spannungsbögen weiter, bevor es langweilig wird. Da stört es gar nicht, dass ihre Idee, sich auf die weitgehend freie Suche "nach einer Erweiterung der Klangmöglichkeiten eines Flügelinnenraums" zu machen, alles andere als taufrisch ist. So überzeugend wie hier gelingt die computer- gestützte Verdichtung, Dehnung, Verschiebung unorthodox erzeugter Klavierklänge selten - auch in klanglicher Hinsicht, etwa wenn durch den Nebel des obligaten Com- puterknisterns ein paar lose, beinahe unheimlich zärtliche Akkordfetzen wehen.

Carsten Fastner im Falter Wien 12/2007 | 21.3.2007 (Seite 64)
Ein Mächtiger, Leiser, Wilder Workshop mit Manon-Liu Winter
Zeitgenössische (Klavier)Musik am Stiftsgymnasium

Am 11. Dezember besuchte die Wiener Pianistin Manon-Liu Winter auf Einladung des Musikprofessors Helmut Schaumberger das Stiftsgymnasium, um in zwei Workshops über zeitgenössische (Klavier)Musik die Schüler der Oberstufe mit ebendieser vertraut zu machen. Die ausgewiesene Spezialistin gab im ersten Teil ihres Vortrags einen Einblick in die Musikszene der letzten fünfzig Jahre und interpretierte live Werke von Steve Reich und Morton Feldman um im Anschluss daran zu ihrem Spezialgebiet, der Improvisation zu wechseln. Nach einem Hörbeispiel von der CD Brospa, die mit dem Trompeter Franz Hautzinger eingespielt wurde, demonstrierte die Pianistin die vielfältigen Möglichkeiten der Klangraumerweiterung am Klavier. Vor der abschließenden Fragerunde waren die Schüler an der Reihe. Sie führten die "Schüttelmusik" eines oberösterreichischen Komponisten auf und improvisierten in vier Gruppen dirigiert von Manon-Liu Winter.
Für die Schüler waren diese beiden Stunden vor allem wegen der beeindruckenden pianistischen Leistungen höchst lehrreich und trotz des kurzen Hineinhörens in die neuen Klangwelten konnte doch so manches Ohr für die Ästhetik der neuen Musik gewonnen werden.
Workshop mit Schülern des Stiftsgymnasium am 11.12.2007.
Nicht mit dem Denken aufhören
Hannes Schweiger über die Pianistin Manon-Liu Winter

Werden wir eingangs ein wenig persönlich. Manon-Liu ist ein außergewöhnlicher Vor-
name für eine außergewöhnliche Musikerin und Pianistin. Der Ursprung für die Namens-
gebung lag in der Opernbegeisterung, im speziellen für jene von Puccini, von Winters Eltern begründet, die auch leidenschaftliche Hobbypianistinnen waren. Sowohl Manon als auch Liu sind Charaktere aus Puccinis Opern. Ein gewisser Grundstein für ein Leben mit Musik war gelegt. Und für Manon-Liu Winter war es in früher Kindheit bereits klar, sich der Musik widmen zu wollen, ja förmlich zu müssen. Dass es mit dem Klavier sein sollte, stand auch außer Frage.
Vorweg ein kleiner Exkurs über die Musikerin Manon-Liu Winter: Winters Name klingt nachhaltig in der österreichischen Szene avancierter Musik, sowohl im Bereich der komponierenden als auch improvisieren-den Ausformung. In den letzten Jahren trifft man sie verstärkt als Improvisatorin an.
Partnerinnen sind/waren hierbei u.a. Persönlichkeiten wie Katharina Klement, Cordula Bösze, Franz Hautzinger, Josef Novotny.


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Sounds to bend the ear

The Now Now festival presents music composed outside the square, writes Matthew Westwood

Contemporary music, like other forms of experimental art, tends to take root and flourish where there is a culture to support it, and wither where there is not. Vienna, for example, was the centre of innovation in Western music - it was where Mozart, Beethoven and Schoenberg made their careers - before the Nazis stopped the avant-garde in its tracks. Manon-Liu Winter, an experimental pianist and teacher from Austria who is in Sydney this week, says the musical conservatism imposed by the Third Reich lingered in Vienna until the 1980s.
Economic forces can threaten innovation, too. Prohibitive rents have closed venues for experimental performance in Manhattan, for example, and pushed musicians over the bridge into Brooklyn, says Jaime Fennelly, who works with acoustic and electronic instruments. Brooklyn-based Fennelly, another musician in Sydney to take part in the Now Now festival of experimental music, says performers like him are now likely to be found amid the borough's lofts and warehouses.

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Franz Hautzinger / Manon Liu Winter - Brospa
[GROB / 544]

Das frei improvisierende Duo Hautzinger/ Winter spielt seine Instrumente gegen jede Gebrauchsanweisung. Winter berührt anscheinend nicht ein einziges Mal die Tasten ihres Klaviers, Hautzinger atmet mehr durch seine Trompete, als das er sie spielt. Rauschen, Brodeln, Dröhnen, Knistern, Schaben und Reißen; die bearbeiteten und manipulierten Instrumente erzeugen fesselnde Klänge lebendig wie ein überwirklicher Organismus, wie eine traumhaft unwirkliche Landschaft, dramatisch, bedrohlich und immer intensiv.

DE:BUG
Die in Wien geborene und lebende Pianistin Manon-Liu Winter erweist sich hier als außerordentlich ernsthafte, mit der Ästhetik der Stücke bestens vertraute Musikerin. So geraten Ustwolskajas Sonaten hart und unerbittlich, ohne dass aber dem desolaten Ausdruck die Struktur der Arbeiten geopfert würden (was bei manch anderen Interpreten der Fall ist). Dieser dezidierte Gestus findet in den Darstellungen der halbgraphischen Blätter von Earle Brown eine erfüllt sprechende Fortsetzung.

Reinhard Schulz
Zeitschnitte/ TRAINS prepared piano & environmental sounds
solo-piano & zuspielungen


Trains as sound generator... bringing one's memory on track. We are always moving in time and space. Trains are like symbols of this, bringing distant places nearer and on the other hand different times. When I am hearing trains like the pacific line, with four engines and about 100 carriages, it pushes me back and forth - into the past and the future simultaneously. One may hear the train coming and going at one time and that's pretty philosophical. In the end of this piece strange sounds are driving us into another existence, like in the end of a strange journey.
Dauer 28 min